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Stiftung Stralsunder
Schwesternheimathaus
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Laura Wülferling

»Das Haus kommt mir, Mutter mit zwei kleinen Kindern, bei den Diensten sehr entgegen.«

Laura Wülferling hat nach ihrer Ausbildung zur Pflegehelferin m April 2016 hier im Haus angefangen.

Frau Wülferling, was sind Ihre Aufgaben?
Ich gehe den Fachkräften bei der Grundpflege zur Hand: beim Waschen, Anziehen, bei der Körperpflege, beim Essenreichen, bringe die Bewohner zu Terminen, zu Veranstaltungen, schiebe den Rollstuhl.

Frau Wülferling, was hat Sie bewogen, Pflegehelferin zu werden?
Ich bin als Kind von Neubrandenburg in das Saarland gezogen, aber dort habe ich mich nie so richtig heimisch gefühlt. Auch einen Ausbildungsplatz habe ich dort nicht gefunden. Ich begann 2010 eine Ausbildung in der Gastronomie in Stralsund, musste diese aber abbrechen, als ich schwanger wurde. Ich habe dann stundenweise in einer Bäckerei gearbeitet und mich nach einer Alternative umgesehen. Mit dem Thema Pflege war ich schon in der Schulzeit durch Praktika in Kontakt gekommen. Außerdem ist meine Mutter Krankenschwester und betreute lange eine Freundin von mir, die einen schweren Unfall hatte. Hierbei durfte ich meine Mutter unterstützen und bekam dadurch einen Blick dafür, was es heißt, hilfsbedürftige Menschen zu begleiten. So habe ich mich für den Pflegeberuf entschieden und bewarb mich für die entsprechende Ausbildung, bekam aber erstmal nur Absagen. Wegen meines Sohnes hielt man mich eben nicht für flexibel genug. Endlich konnte ich dann in Greifswald mit der Ausbildung beginnen, wurde aber erneut schwanger und musste zwischendrin noch mal acht Monate aussetzen.  

Warum haben Sie sich für dieses Haus beworben?
Ich habe hier mein Prüfungspraktikum gemacht und wurde dann übernommen. Ich hatte noch zwei andere Einrichtungen kennen gelernt, aber hier gefiel es mir am besten.  Die Mentalität hier im Haus hat mich angesprochen, dass man Kontakt hat zu der Pflegeleitung, zu der Heimleitung, an die man sich jederzeit wenden kann, wenn´s mal hart an der Grenze ist. Positiv war für mich die Zuwendung zu den Bewohnern, die familiäre Atmosphäre auf den Wohnbereichen, auch das christliche Element, das Geburtstagssingen, die Aussegnung.

Wie schaffen Sie es, Ihren unregelmäßigen Arbeitsalltag und Ihr Familienleben – zwei kleine Kinder von 5 und 2 Jahren – »unter einen Hut« zu bekommen?
Mein Mann und ich müssen alles alleine organisieren. Am liebsten mache ich Nachtdienste! Bei den Spätdiensten – ab 13 Uhr – muss man planen, hier ist es am schwierigsten. Mein Mann arbeitet ja auch voll. Da kommt mir das Haus bei den Diensten sehr entgegen. Den jeweiligen Dienstplan bekommen wir immer zur Mitte des vorhergehenden Monats, jede hat zwei Wunschdienste frei und zwei freie Tage nach eigener Wahl.  Während meiner Tagschichten sind die Kinder in der Kita oder werden vom Vater versorgt, der seine Zeiten mit seiner Dienststelle absprechen muss.
Meine Kinder kennen meinen Arbeitsplatz. Der Älteste hat meinen Beruf auch mal in der Kita vorgestellt, als das Thema hieß „Wo arbeiten Mama und Papa?“.  

Ist das nicht trotzdem sehr anstrengend? Bleibt da noch Zeit für sich selbst?
Doch, die nehme ich mir! Nach dem Frühdienst geht der Weg zunächst in die Kita, Kinder abholen, versorgen, spielen. Sind die Kinder abends im Bett, brauche ich erstmal eine halbe Stunde für mich. Manchmal mache ich auch Sport, einen Kurs, aber oft setze ich mich hin, lese ein Buch. Und wenn ich mitten in der Woche freie Tage habe, lasse ich die Kinder auch einmal zu Hause und wir verbringen den Tag miteinander. Aber den anderen Tag bringe ich sie dann doch in die Kita, und dieser Tag gehört dann wirklich mir.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf?
Der Umgang mit den Bewohnern! Mit manchen noch kleine Scherze machen, ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern, zuhören, aufmuntern, gerade auch die, die nicht so viel Besuch von ihren Angehörigen bekommen. Dazu beizutragen, dass sie ihre letzten Jahre in Ruhe verleben können.

Und was ist manchmal schwierig?
Manche Bewohner sind natürlich nicht so einfach und sehr anstrengend. Man versucht sie dann unter die Arme zu nehmen. Da muss man dann über seinen Schatten springen. Augen zu und durch, 'reingehen, freundlich sein, das Beste machen, draußen dann erst mal tief Luft holen.

Wie würden Sie Ihre Tätigkeit in einem Wort beschreiben?
»Mädchen-für-alles«… !  

Was für Wünsche haben Sie an Ihre berufliche Zukunft?
Ich möchte natürlich weiterhin gerne hier im  Haus bleiben und über dies kann ich mir die Fortbildung in der großen Krankenpflege vorstellen.

Interview: Beate Schneppen, 2016